Opening: November 15 | 7 – 9 pm


The solo exhibition “Nur auf Rezept“ shows new paintings by Oskar Rink. Her work is based on an urge to establish a state of order and structure. Rink's creative process is characterized by a constant alternation between the two- and the three-dimensional. She often begins with filigree paper constructions or small models made of wood or cardboard, following internal impulses in which everyday impressions and memories are channeled. For Rink, constructing and building are contemplative processes, which represent a first means to systematise her surroundings. The small sculptures also serve as a source for objects and forms she uses for paintings and large-scale installations.

While earlier paintings were predominantly characterized by geometric abstractions, the new works depict stage-like situations. Linear compositions and sparse coloured parts impart the spaces with a distinct clarity. Further objects are added to the interiors: abstract elements, fragments of constructed works or real situations taken from the artist's studio - everything seems to fit into the logical laws of the spatial structure. Contrary to the cliché that artists process their innermost selves in their works, Rink sees her works as representing a salutary state, as a kind of medicine, to which the exhibition title refers. Isolated places where chaotic states can be controlled or completely locked out.


Die Einzelausstellung „Nur auf Rezept“ zeigt neue Werke der Künstlerin Oskar Rink. Ausgangspunkt ihres Schaffens ist ein Verlangen nach Ordnung und Strukturierung. Ihr Werkprozess ist von einem steten Wechsel zwischen plastischer Arbeit und Malerei geprägt. Meist entstehen zunächst filigrane Papierkonstruktionen oder kleine gebastelte Modelle aus Holz oder Karton. Bei der Formgebung folgt die Künstlerin inneren Impulsen, in denen sich Alltagseindrücke und Erinnerungen kanalisieren. Konstruieren und Bauen sind für Rink kontemplative Vorgänge, die ein erstes Mittel der Systemfindung darstellen. Die kleinteiligen Kompositionen dienen zugleich als Fundus für Objekte und Formen, die in Gemälden und großformatigen Installationen Verwendung finden.

Zeichneten sich frühere Gemälde vorwiegend durch geometrische Abstraktionen aus, erschafft Rink in den neuen Werken bühnenhafte Raumsituationen. Geradlinige Kompositionen und karge Farbflächen verleihen den Räumen eine ausgeprägte, beinahe sterile Klarheit. In die Interieurs mischen sich weitere Objekte: Abstrakte Elemente, Fragmente zuvor gebauter Arbeiten oder aus realen Situationen, die dem Künstleratelier entnommen sind – alles scheint sich in die logischen Gesetzmäßigkeiten der Raumgefüge einzuordnen. Entgegen der allgemeinen Vorstellung, dass KünstlerInnen in ihren Werken ihr Innerstes verarbeiten, versteht Rink ihre Werke als Verbildlichung eines heilsamen Zustands, gewissermaßen als Medizin, worauf sich auch der Ausstellungstitel bezieht. Es sind hermetische Orte, an denen chaotische Zustände nur kontrolliert Einzug erhalten oder komplett ausgesperrt werden.



photo: Max von Treu